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Beim Kauf auf Lesungen des Autors, handsigniert und spezial gestempelt: 15,00 Euro :-) |
Jo Ziegler begeisterte sich schon während seiner Schulzeit, die er
in Dortmund verbrachte, für Literatur und Kunst, kam aber wie viele
andere Abiturienten in den Mittsechzigern nicht um ein 'ordentliches' Studium
herum. Trotz allem ging er seinen Interessen weiterhin nach und schuf 'Wortbilder'
ebenso wie Bilder auf der Leinwand. Auch wenn viele seiner künstlerischen
Arbeiten im Keller seines Hauses anstatt in einer Galerie landeten, so
haben sie ihn nach jahrelanger Pause nun dazu bewegt, seiner künstlerischen
Ader wieder nachzugeben.
Herausgekommen ist dabei der Roman »Die Ruhr-Magier«. Wie der Titel seines neuen Buches schon zu erkennen gibt, lässt Ziegler den Roman in seiner Heimat, dem Ruhrgebiet, spielen, der er seit seiner - wie er es bezeichnet - studienbedingten sechsjährigen "Diaspora" in Münster besonders verbunden ist. Vom »Halbachhammer«, wo an jedem Sonntag in der Schmiedesaison öffentliche Vorführungen stattfinden, inspiriert, schrieb Ziegler seinen Roman, der den ersten Teil einer Trilogie bildet. Gerne arbeitet Jo Ziegler Historisches auf, recherchiert in Archiven, schreibt Fotoredakteure an und betätigt sich wie ein Scout, der im Auftrag der Fiktion neue Pfade der Sichtweise sucht. Mit viel Sprachgefühl und Wortwitz entwickelt er seine Geschichten, die von der Geschichte und von Bildern inspiriert zu neuen Geschichten und Bildern führen. Der Autor arbeitet ganzheitlich, sägt, bastelt und malt, klebt, fotografiert und schreibt an seinem Thema. Seinem Erzählstil scheint nichts Menschliches fremd zu sein. Obwohl er keineswegs auf Derbheiten aus ist und durchaus Sensationslüsternheit vermissen läßt, bleiben deftige Passagen nicht aus. Der subtile Humor ist nichts für zarte Gemüter, denn manchmal kommt, was hammerhart geschmiedet ist, auch tatsächlich hammerhart daher. Die Schmiedegesellen des Jo Ziegler verkörpern die beginnende Industriekultur im 19. Jahrhundert und verleihen der Historie eine bunte Plastizität. Im zweiten Buch der Trilogie geht es um eine Urenkelin der Schmiedegesellen, und der dritte Teil reicht bis in unsere Gegenwart im Jahre 2010. In diesem Teil gedenkt Jo Ziegler seine Erfahrungen mit den Vorbereitungen zum Kulturhauptstadtjahr zu verarbeiten. Geht es darin um Intrigen, ungehaltene Versprechen oft gehaltener hohler Reden? Um Phrasen der Kultursponsoren und Kulturbürokraten, die sich alle kulturbeflissen gebend den Baulöwen zuarbeiten, weil sie unter europäischer Kultur -zu unrecht?- immer nur etwas Handfestes und Vorzeigbares verstehen? Wie behandelt das Land der Dichter und Denker im 21. Jahrhundert jene, auf die es stolz zu sein vorgibt? Jo Ziegler, der einen wichtigen Lebensabschnitt mit einer Lebensauffassung verbracht hat, die Kultur in den Keller und in die Museen bannte und einer Nützlichkeits- und Verwertbarkeitsideologie vom Broterwerb verpflichtetet war, könnte einen ganz speziellen Blick auf die Kulturhauptstadt und ihre Projekte entwickeln. Seiner Entscheidung nämlich, sich erst mit Zahntechnik und dann mit Medizin und Zahnmedizin zu befassen, ging die heilige philiströse Pflicht voraus, erst einmal etwas »Anständiges« und »Nützliches« zu erlernen und nicht sich einer »brotlosen« Kunst zu widmen. So gestählt kramt er all seine Sehnsüchte und Kreativität nun aus dem Keller hervor, entstaubt sie und legt los - so frisch und munter wie seine Ruhrschmiede-Figuren. Über seinen »pinken Ruhrwurm« allerdings möchte der Autor noch nicht viel verraten. Im kommenden Jahr will sich der Essener Zahnarzt gänzlich aus dem Broterwerbsleben zurückziehen. Doch ist dieser Rückzug keineswegs ein Rückzug in den Keller, wohin er seine Bilder und Grafiken verbannt hatte. Der Rückzug könnte eine Offensive sein, gänzlich dem viel verschmähten und belächelten Idealismus zu frönen und sich kein Blatt mehr vor den Mund zu nehmen, wenn es darum geht, sich auf die Suche nach den Spuren europäischer Geschichte zu machen. Drei Schmiede sind die Protagonisten des im Sommer erschienenen Romans. Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts mischen sie mit ihrer hedonistischen Lebensphilosophie das Ruhrgebiet auf und nehmen das Publikum auf eine Entdeckungsreise durch die »Boomtime« der wachsenden Waffenschmiede des imperial ambitionierten deutschen Reiches. Essen, Ende des 18. Jahrhunderts,
Begleiten Sie die
Gehen Sie mit ihnen auf Tour,
Erleben Sie deren Auszeit
Inspirierend illustriert
ESSEN, der Kulturhauptstadt
dichtet Jo Ziegler den Prolog seines Romans. Und wenn er von den ungelösten Problemen der »Jetzt-Zeit« spricht, meint er nicht nur eine Ruhrwiesenkuh, die den Schmieden in ihrer Freizeitbesäufnis auf einem Baum erscheint. |